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Atmosphäre verhindert nicht den Einschlag kleinerer Eisenmeteoriten auf der Erde



Bisher nahmen Wissenschaftler an, dass Eisenmeteoriten mit einer Masse von unter 3000 Tonnen beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerbrechen. Ein internationales Forscherteam hat nun festgestellt, dass der fünf bis zehn Tonnen schwere Meteorit Gebel Kamil unzerstört in der ägyptischen Wüste eingeschlagen ist. Sie hatten den Krater mit einem Durchmesser von nur 45 Metern letztes Jahr entdeckt.

Geologen erkennen Einschlagkrater an einer typischen Struktur auf der Bruchfläche des Gesteins: Es zeigen sich feine, strahlenartige Streifen. Diese sogenannten Strahlenkegel entstehen nur durch die enormen Kräfte der Schockwellen beim Einschlag eines Meteoriten, der die Erdoberfläche mit einer Geschwindigkeit von mehr als 11 000 Stundenkilometern trifft. Kleine Einschlagkrater sind auf der Erde äußerst selten und die wenigen sind teilweise oder ganz ausgewaschen. Globus

Lediglich 15 Krater mit einem kleineren Durchmesser als 300 Meter sind bekannt, doch haben alle ihre ursprünglichen Merkmale verloren. Der von den Forschern nach dem naheliegenden Berg Kamil genannte Krater im Süden Ägyptens hingegen misst nur 45 Meter im Durchmesser und ist sehr gut erhalten. Im und um den Krater herum fanden die Wissenschaftler 5178 Bruchstücke des Eisenmeteoriten Kamil, die insgesamt rund 1,71 Tonnen wogen. Die Masse des größten Fragments betrug 83 Kilogramm. Die Vielzahl der erhaltenen Splitter interpretieren die Forscher als Beleg, dass Gebel Kamil die Erdoberfläche traf, ohne zuvor in der Atmosphäre auseinandergebrochen zu sein.

In Kombination mit den Daten des kürzlich im kanadischen Alberta entdeckten Whitecourt-Kraters kommen aktuelle Statistiken nun zu dem Schluss, dass 35 Prozent der Meteoriten mit einer Masse von weniger als 3000 Tonnen in der Atmosphäre nicht zerbrechen. Die ursprüngliche Masse des für die Entstehung des Kamil-Kraters verantwortlichen Meteoriten geben die Forscher mit etwa fünf bis zehn Tonnen an.

Eine genaue Analyse der Zusammensetzung ergab, dass es sich bei dem Einschlagkörper um einen sogenannten nickelreichen Ataxit handelt. Nachdem die Wissenschaftler die Umgebung systematisch abgesucht und alle Bruchstücke des Meteoriten eingesammelt hatten, verwendeten sie geomagnetische Messungen, um auch im Boden verborgene Meteoritenbrocken aufzuspüren. Besonders im Norden, Südosten und Südwesten zeigten sich Höchstwerte, allerdings war keines der einzelnen Fragmente größer als zehn Zentimeter.

ddp

 
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